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La Chaux de Fonds 2009

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Vereinsreise in den Jura Sept. 2009

Der Motoclub Oberfreiamt im Untergrund

Übers Emmental zu den Schmetterlingen

Die Reise des Motoclubs Oberfreiamt, die alle zwei Jahre stattfindet und drei Tage dauert, führte dieses Jahr in den Neuenburger Jura. Rund 40 Personen trafen sich am Freitag 4. Sept. zur Vereinsreise der Motoclübler. Die Reise führte nach Sursee und von dort Richtung Emmental, wo in Häusermoos der erste Kaffeehalt eingeschaltet wurde. Weiter führte die Reise ins Seeland, wo als nächste Station das Papiliorama in Kerzers auf die Freiämter wartete.
800 bis 1000 bunte Schmetterlinge bewegen sich hier frei-unter Dach-in einem tropischen Klima um die Besucher herum. Die Farbenvielfalt der Falter liess so manches Aah un Ooh hören. Ausserdem waren Kolibris, Nektarvögel und verschiedenste Fischarten zu bewundern. Ein weiteres Highlight was die tropische Vollmondnacht mit ihren nachtaktiven Tieren wie Faultiere, Nachtaffen, Anakondas und zahlreiche andere Arten. Schon fast schauerlich der Gang durch das Gebiet herumflatternder Fledermäuse. Das Papiliorama bietet Natur pur und regt auch zum Denken an, was die Rodung der Regenwälder betrifft. Das Papiliorama schützt mit seinem Naturreservat „Shipstern" in Belize (Zentralamerika) 11‘000Hektaren tropische Natur. Schon das allein ist zur Unterstützung einen Besuch in Kerzers wert.


Neuenburg im Regen

Das Mittagessen wurde in Neuenburg an den Gestaden des Sees eingenommen. Der Neuenburgersee ist mit seinen 217 Km2 der gröste See, der ganz auf Schweizer Territorium liegt. Leider liess Petrus hier seinen Schleusen freien Lauf, so dass eigentlich nur eine Mitreisende in den Genuss dieses herrlichen Sees kam (immer wieder sie, die Auwerin).
Nach einem Altstadtbummel und wieder freundlicherem Wetter ging es Richtung La-Chaux-de-Fonds. Wunderbarerweise hatten sie in einer der höchsten Städte Europas gerade drei Tage Fest, was den Motoclüblern natürlich nicht ungelegen kam. Nach dem Zimmerbezug im Hotel „Club" war Siesta oder eben Festbesuch angesagt. Das sehr feine Nachtessen ging in stilvollem Ambiente etwas ausserhalb der Stadt in einem rustikalenGasthaus ber die Bühne. Dann rief der Schlaf oder das Nachleben in der festlichen Stadt!
La-Chaux-de-Fonds ist mit rund 40‘000 Einwohnern die grösste Stadt des Kantons Neuenburg. 88.5 Prozent sind französischsprachig, die Deutsch sprechenden Einwohner betragen nur 2.4 Prozent. Die Motoclubreise war also auch eine Bildungsreise! La-Chaux-de-Fonds ist seit dem 27. Juni 2009 zusammen mit seiner Nachbarstadt Le Locle in der UNESO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen. Berühmte Persönlichkeiten, die La-Chaux-de-Fonds hervorgebracht hat sind u.a. die Ex Bundesräte Pierre Aubert und Pierre Graber, der weltbekannte Archtekt und Allround-Künstler Le Corbusier, Automobilhersteller Louis Chevrolet oder Skirennfahrer Georges Schneider.


Im Untergrund von Teerabbau und Mühlen-Labyrinth

Währen fast drei Jahrhunderten, von 1712 bis 1986, haben mutige Männer ein wertvolles Erz zu Tage gefördert, den Naturasphalt, der vom Val de Travers im Kanton Neuenburg in die ganze Welt exportiert wurde. Entstanden ist ein gewaltiges Labyrinth von Stollen und Gängen in der Gesamtlänge von über 100 Kilometern. Heute ist die Asphaltmine von La Presta mit ihrer unvergleichlichen Geschichte dem Publikum zugänglich, was auch der Motoclub Oberfreiamt am zweiten Tag seiner Reise nützte. Ein eindrückliches Zeitdokument, das vom Pioniergeist früherer Jahrhunderte erzählt. Das Mittagessen wurde im Minenrestaurant eingenommen: Heisser Beinschinken – im Teer zubereitet – mit Gratin. Zum Dessert ebenfalls eine Spezialität der Gegend: Absinth in Galcé verpackt!
Vom Val de Travers ging es zurück nach Le Locle durch das Schweizerische Sibirien, La Brévine. Die unterirdischen Mühlen des Cal des Roches sind ein in Europa einmaliges Zeugnis von menschlichem Mut und Erfindergeist. Die vierhundertjährige Geschichte bietet einen erstaunlichen Einblick in die unterirdische Nutzung hydraulischer Energie. Generationen von Müllern haben die in den Kalkstein gegrabenen natürlichen Wasserwege zu einem eindrücklichen System von Brunnen, Leitungen, rädern, Mühlen und Sägewerken ausgebaut. Von ihrer Geschichte erzählt die Höhle und das Museum. Und von unerfreulichen Begebenheiten die Kompetente Führerin durch den Untergrund.


Zurück über das Mittelalter

Ein feines Fondue Chinoise rundete den kulturellen Tag in La-Chaux-de-Fonds ab(für einige). Andere holten sich am Stadtfest noch ein paar Stunden kulturelle Erlebnisse der besonderen (Motoclub)-Art. Nach dem Frühstück im angenehmen Hotel „Club" ging die Reise Richtung Heimat über liebliche Jurahöhen, vorbei an Saignelégier und vielen Pferdeweiden nach St. Ursanne, dem mittelalterlichen Städtchen am Flüsschen Doubs. Das Kloster und die romantisch-gotische Kirche des malerischen Ortes haben ihren Ursprung im 12. Jahrhundert. Das historische Zentrum hat sich über die Jahrhunderte nur wenig verändert und wird durch Bürgerhäuser aus dem 14. Bis 16. Jahrhundert geprägt. Das Südportal der Stiftskirche im Stil der burgundischen Romantik gehört zu den bedeutendsten Werken dieser Stilrichtung in der Schweiz.
Gesättigt von so viel Geschichte liessen sich die Motoclübler in der Auberge de la Cicogne ein feines Mittagessen schmecken, bevor es (inklusive Car-Siesta) endgültig wieder Richtung Sins ging.
Ein grosses Dankeschön dem Vorstand des Motoclub Oberfreiamt besonders dem Kassier Kurt Villiger, der so manches zusätzliche Extra spendierte. Es war wieder-wie immer- eine tolle Reise in hervorragender Kameradschaft.


Rinaldo Cornacchini

 
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